Frauenkreise: Wenn Frauen sich erinnern

Manchmal braucht es keinen neuen Weg, keine weitere Methode, keine Antwort von außen.
Manchmal braucht es nur einen Raum – einen Raum, in dem wir ankommen dürfen.


Ohne Rolle, ohne Erwartung, ohne das Gefühl, etwas leisten zu müssen.
Einen Raum in dem wir weich werden dürfen.


Wenn Frauen zusammenkommen und sich im Kreis begegnen, geschieht etwas Leises und zugleich Kraftvolles. Ein inneres Aufatmen breitet sich aus, ein sanftes Erinnern daran, dass wir nicht alleine sind. Dass wir getragen werden können. Dass wir nichts erklären müssen, um da sein zu dürfen.


Viele von uns sind es gewohnt zu halten, zu funktionieren, weiterzugehen. Wir tragen Verantwortung, wir geben, wir kümmern uns – oft über unsere eigenen Grenzen hinaus.


Und selbst wenn wir verbunden scheinen, bleibt da manchmal dieses leise Gefühl von Getrenntsein.
Im Frauenkreis darf dieses Gefühlt schmelzen.


Wenn eine Frau spricht und die anderen wirklich zuhören, ohne zu bewerten, ohne zu vergleichen, ohne zu reparieren, entsteht Nähe. Der innere Druck lässt nach, der Atem wird weiter, der Körper beginnt sich zu entspannen.

Im Kreis darf alles da sein. Freude und Erschöpfung, Tränen und Lachen, Zweifel und Klarheit. Nichts muss gelöst werden, nicht muss anders sein. Allein das ehrliche Dasein wirkt.


Der Körper reagiert auf diese Sicherheit, auf dieses Gesehenwerden, und erinnert sich daran, wie es sich anfühlt, sich selbst wieder zu spüren.

Wir Frauen sind zyklische Wesen. Unser Leben verläuft nicht gradlinig, sondern in Wellen, in Rhythmen, in Phasen von Rückzug und Öffnung. In meinen Frauenkreisen fließt dieses Wissen – auch aus dem Ayurveda – ganz natürlich mit ein. Nicht als Theorie, sondern als Erfahrung. Wir lauschen nach innen. Weicher. Wahrhaftiger. Balance entsteht hier nicht durch Anstrengung, sondern durch Verbindung.


Wenn Frauen sich auf diese Weise begegnen, löst sich Konkurrenz. Der Vergleich verliert seine Macht. Was bleibt, ist Schwesternschaft. Ein gemeinsames Tragen, ein stilles Stärken. Samen werden gelegt – von Vertrauen, von innerer Kraft, von Zugehörigkeit– und sie wirken weiter, über den Kreis hinaus, hinein in unseren Alltag, in unsere Beziehungen, in die Art, wie wir uns selbst begegnen.


Frauenkreise sind keine Antwort auf alles. Aber sie erinnern uns an etwas Wesentliches. An unsere Fähigkeit, uns zu verbinden. An unsere Fähigkeit, zu fühlen. An unsere natürliche Weisheit.


Vielleicht ist es genau das, was wir heute brauen. Einen Raum in welchem wir „nachnähren“ können.